Graue Wölfe in Syrien

Als im Herbst 2015 – mit der Aufnahme eines starken militärischen Engagements Russlands an der Seite der legitimen syrischen Regierung – die Russland-Hetze in den westlichen Massenmedien neue Gipfel erklomm, wurde ein russischer Bomber durch eine türkische F-16 abgeschossen. Lauthals und in Solidarität mit der Erdogan-Regierung wurde damals verkündet, die Türkei habe sich gegen einen aggressiven Akt der Russen verteidigt. Heute ist es still darum geworden – und dahinter steckt Sinn. Denn Narrative zementiert man auch durch NICHT berichten.

Türkische Gratwanderungen (9)

Im Sommer 2014 wurde der Welt das Drama von Kobane vorgeführt. Die nahe der türkischen Grenze liegende syrische Stadt wurde vom IS belagert und die Medien berichteten täglich über den aktuellen Stand. Aus meiner Sicht wurde in Kobane eine Show abgezogen, um die Bevölkerung der westlichen Staaten davon zu überzeugen, dass die Kurden in Nordsyrien militärisch unterstützt werden müssen. Von Kobane spannen wir im Folgenden außerdem den Bogen zur Gegenwart und schließen damit die Artikelreihe „Türkische Gratwanderungen“ ab.

Türkische Gratwanderungen (8)

Es ist ein langer Anlauf, den die Leser in bisher sieben Artikeln zur Verwicklung der Türkei in die Konflikte im Nahen – und Mittleren Osten begleitet haben. Der aber aus meiner Sicht verständlich macht, wie die fortwährende Eskalation des Krieges an und hinter seinen Grenzen wie auch in der Türkei selbst(!) verstehbar ist. Jetzt nun wenden wir uns der Ausweitung des Krieges auf die Kurdengebiete zu.

Türkische Gratwanderungen (7)

Als das Jahr 2012 zu Ende ging, hatte die Syrische Arabische Armee (SAA) die strategische Initiative zwar zurück gewonnen, doch Tod und Zerstörung waren in das Land gezogen. Und so wie die Freie Syrische Armee (FSA), nach anfänglichen Siegen, von einer Niederlage zur Anderen stolperte, so erwuchsen, wie aus dem Nichts, neue extremistische Milizen aus dem Wüstenboden. So mochten es die Leitmedien uns glauben machen,  also lösen wir auch diesen Teil der groß angelegten Lügengeschichte über Syrien auf; immer mit

Türkische Gratwanderungen (6)

Als sich die Türkei im Laufe des Jahres 2011 auf das expansive Abenteuer zu Lasten der Syrer eingelassen hatte, setzte sie eine komplexe Maschinerie in Gang; mit unzähligen Mitspielern auf verschiedensten Ebenen. Dieses System würde sich nicht so einfach wieder stoppen lassen. Im Gegenteil, es war voller böser Dynamik und gewann zunehmend an Macht. Betrachten wir in diesem Artikel, wie sich die Türkei aus der Situation eines vermeintlich von ihr kontrollierten Systemumsturzes in Syrien in Richtung blutiger Kriege bewegte und

Türkische Gratwanderungen (5)

Nachdem wir nun in vier Artikeln (ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit) eine Analyse der türkischen Gesellschaft, bestimmter Interessengruppen wie deren Konfliktpotenzial einerseits und die Abhängigkeit zu Interessengruppen außerhalb der Türkei andererseits vorgenommen haben, wagen wir nun eine Interpretation türkischer Politik in der jüngeren Vergangenheit bis hin zur Gegenwart. Dabei werden wir erkennen, dass türkische Politik ganz und gar nicht unberechenbar ist, so wie uns die Leitmedien das einzureden versuchen.

Türkische Gratwanderungen (4)

Bisher haben wir in vorliegender Artikelreihe die Verstrickung türkischer Politik in die aktuellen Konflikte des Nahen – und Mittleren Ostens betrachtet. Auf der Suche nach Verständnis haben wir den Einfluss imperialistischer Mächte, den der Muslimbruderschaft und die eigenen Vorstellungen der Türkei zur Erlangung einer politischen Vorherrschaft in der Region untersucht. All diese Aspekte werden überlagert von einer quasi tickenden Zeitbombe, einer andauernden Zerreißprobe für die türkische Politik, dem (sogenannten) Kurdenproblem.