Rückbau einer Parallelgesellschaft

In Idlib wird ein Projekt des Westens still und leise beerdigt. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat Russlands Präsidenten Wladimir Putin zu einem dreistündigen Gespräch empfangen. Über die Inhalte im Detail wurde Stillschweigen vereinbart. Die Berichterstattung der deutschen Leitmedien dazu verströmte den Hauch deutscher Weltgeltung als Mediator und Schlichter von Konflikten und ein großer Schleier wurde darüber gelegt, warum Syrien ein großes Thema dieses Gespräches war.

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Mesut Özil, Ilkay Gündogan und die Doppelmoral

Wo alles in einen moralischen Kontext gepackt wird, sind die Diktatoren nicht weit – im doppelten Sinne. Denn Diktatoren, erkannt aus Sicht der selbst ernannten fortschrittlichsten Gesellschaft aller Zeiten, genannt repräsentative Demokratie, sind das Eine. Doch es gibt noch einen anderen Typ von Diktatoren und der tummelt sich unter uns. Dieser diktiert Gedanken, verurteilt und straft für falsche Gedanken. Die Drohung für Abtrünnige lautet soziale Ausgrenzung und damit Ausschluss aus der Gemeinschaft der Guten. Dabei spielen Feindbilder eine große Rolle.

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Großkurdistan schrumpft

Während die westlichen Medien und Politiker Krokodilstränen ob des türkischen Einmarsches in die syrische Provinz Afrin weinen, werfen Funktionäre der kurdischen YPG Russland vor, sie verraten zu haben. So sieht die Fortführung der B-Geschichte vom Syrien-Krieg aus.

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Schiffbruch der Globalisten

In den letzten Wochen und Monaten sind, ohne dass wir davon etwas in den Massenmedien mitbekamen, dramatische Dinge geschehen. Dass der Nahe Osten Schauplatz einer geostrategischen Auseinandersetzung ist, mag bekannt sein. Das Spiel selbst wird aber nur wenigen offenbar, weil auch in diesem Fall sehr fest ein Narrativ in uns verankert wurde.

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Graue Wölfe in Syrien

Als im Herbst 2015 – mit der Aufnahme eines starken militärischen Engagements Russlands an der Seite der legitimen syrischen Regierung – die Russland-Hetze in den westlichen Massenmedien neue Gipfel erklomm, wurde ein russischer Bomber durch eine türkische F-16 abgeschossen. Lauthals und in Solidarität mit der Erdogan-Regierung wurde damals verkündet, die Türkei habe sich gegen einen aggressiven Akt der Russen verteidigt. Heute ist es still darum geworden – und dahinter steckt Sinn. Denn Narrative zementiert man auch durch NICHT berichten.

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Türkische Gratwanderungen (9)

Im Sommer 2014 wurde der Welt das Drama von Kobane vorgeführt. Die nahe der türkischen Grenze liegende syrische Stadt wurde vom IS belagert und die Medien berichteten täglich über den aktuellen Stand. Aus meiner Sicht wurde in Kobane eine Show abgezogen, um die Bevölkerung der westlichen Staaten davon zu überzeugen, dass die Kurden in Nordsyrien militärisch unterstützt werden müssen. Von Kobane spannen wir im Folgenden außerdem den Bogen zur Gegenwart und schließen damit die Artikelreihe „Türkische Gratwanderungen“ ab.

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Türkische Gratwanderungen (8)

Es ist ein langer Anlauf, den die Leser in bisher sieben Artikeln zur Verwicklung der Türkei in die Konflikte im Nahen – und Mittleren Osten begleitet haben. Der aber aus meiner Sicht verständlich macht, wie die fortwährende Eskalation des Krieges an und hinter seinen Grenzen wie auch in der Türkei selbst(!) verstehbar ist. Jetzt nun wenden wir uns der Ausweitung des Krieges auf die Kurdengebiete zu.

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Türkische Gratwanderungen (7)

Als das Jahr 2012 zu Ende ging, hatte die Syrische Arabische Armee (SAA) die strategische Initiative zwar zurück gewonnen, doch Tod und Zerstörung waren in das Land gezogen. Und so wie die Freie Syrische Armee (FSA), nach anfänglichen Siegen, von einer Niederlage zur Anderen stolperte, so erwuchsen, wie aus dem Nichts, neue extremistische Milizen aus dem Wüstenboden. So mochten es die Leitmedien uns glauben machen,  also lösen wir auch diesen Teil der groß angelegten Lügengeschichte über Syrien auf; immer mit

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Türkische Gratwanderungen (6)

Als sich die Türkei im Laufe des Jahres 2011 auf das expansive Abenteuer zu Lasten der Syrer eingelassen hatte, setzte sie eine komplexe Maschinerie in Gang; mit unzähligen Mitspielern auf verschiedensten Ebenen. Dieses System würde sich nicht so einfach wieder stoppen lassen. Im Gegenteil, es war voller böser Dynamik und gewann zunehmend an Macht. Betrachten wir in diesem Artikel, wie sich die Türkei aus der Situation eines vermeintlich von ihr kontrollierten Systemumsturzes in Syrien in Richtung blutiger Kriege bewegte und

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