<p style="text-align: center;"><span style="font-size: 14pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>Nur zur Dokumentation des Nicht-Journalismus der ARD-Tagesschau.</strong></span></p>

Man könnte spekulieren, das – im Falle Syrien – mal wieder etwas im Busche seitens der westlichen Wertegemeinschaft ist. Denn wieder einmal beginnen die Medien ihre ausgelutschte Masche vom „Giftgas des Assad-Regimes“. Herr Gniffke, als Verantwortlicher Leiter der ARD-Tagesschau, bekommt jetzt öfter Post von mir.


Betreff: Berichterstattung ARD-Tagesschau 28.2./1.3.2019 – zu Händen Herrn Gniffke

Guten Tag Herr Gniffke,

wie gehabt, vorab der Hinweis, dass es sich um ein öffentliches Schreiben handelt, in dem auch Ihre Antwort oder Nicht-Antwort transparent gemacht wird. Erfreulicherweise hat die Reichweite dieser Schreiben zwischenzeitlich ein beachtliches Ausmaß erreicht.

Am 1. März 2019 verbreitete die ARD-Tagesschau eine Nachricht über angeblich neue Erkenntnisse der OPCW. Für diese Organisation gibt es übrigens auch einen deutschen Namen, Organisation zur Verhinderung des Einsatzes chemischer Waffen (OVCW). Unabhängig davon, dass die Nachricht aus Ihrem Haus leider wie gewohnt tendenziös war und mit dem Finger auf Russland zeigend, dessen Medien unterstellte und mit zweifelhaften Verrenkungen „nachwies“, sie würden das Thema propagandistisch ausschlachten, hatte sie ein entscheidendes, Journalismus verpflichtetem Handeln widersprechendes Manko (b1):



Hat Ihre Redaktion, Herr Gniffke, es bisher ein einziges Mal fertiggebracht, die Leser und Zuschauer unvoreingenommen darüber zu informieren, was es mit dem sogenannten UN-Menschenrechtsrat, dessen Todeszahlen sie kolportieren, auf sich hat (a1)? Die Antwort lautet nein.

Es ist schon ziemlich anstrengend, Ihre – immerfort einen bestimmten Spin verfolgende – Berichterstattung zum Thema Syrien ertragen und dann auch noch über die sich investigativ gebenden Recherchen des Faktenfinders zu „irreführenden Berichten“ lesen zu müssen. Ihrem Kollegen Patrick Gensing, der dieses Propaganda-Lehrstück verfasst hat (1), unterstelle ich glatte Lügen und, Herr Gniffke, so Sie daran interessiert sind, weise ich das Patrick Gensing im Einzelnen nach. 

Die Propaganda der jüngsten Artikel zum Thema, die – wie jeder andere – über Ihren Tisch oder den Ihrer Stellvertreter gegangen ist, möchte ich hier nicht weiter untersuchen. Mich interessiert an dieser Stelle nur Eines:


Wo sind die Primärquellen? Ich ersuche Sie, dem geneigten Publikum die Originalquelle – einschließlich Verlinkung zu den Dokumenten der OVCW – zur Verfügung zu stellen. Damit sich jeder Leser ein eigenes Bild ihrer Nach-Richt machen kann.


Es sollte eine journalistische Selbstverständlichkeit sein, die Quellen einer Nachricht anzugeben. Das aber scheint der ARD-Tagesschau – gerade bei besonders brisanten Themen – abzugehen. Das Thema Giftgas – soweit dürften Sie ja informiert sein – hat wiederholt dafür hergehalten, kriegerische Handlungen der sich selbst so nennenden westlichen Wertegemeinschaft gegen einen völkerrechtlich anerkannten UNO-Mitgliedsstaat zu rechtfertigen (a2). Mich interessiert daher auch, wie die Kollegen des Hauses diesbezüglich sensibilisiert sind. Über eine Antwort Ihrerseits freue ich mich selbstredend.

Achtungsvoll, Ped

Nachtrag (außerhalb des Schreibens an Herrn Gniffke): Ein gewisser James Mattis hatte sich vor ziemlich genau einem Jahr sehr deutlich dahingehend geäußert, dass es keinerlei Beweise für einen Einsatz chemischer Waffen seitens der Regierung der Syrischen Arabischen Republik gibt. Die Massenmedien – einschließlich der ARD und ihrer Tagesschau – fertigten damals exakt nach dem gleichen Muster wie im aktuellen Beispiel ihre Nach-Richten. Lügen haben leider lange Beine. Hier geht es zum entsprechenden Artikel:

Außerdem bin ich gespannt, ob die Antwort lautet: Quelle der Nachricht ist die dpa. Das ist zwar richtig, aber diese Quelle ist es nicht, die für den Leser interessant ist, denn von ihr hat – nicht nur die ARD-Tagesschau – einfach abgeschrieben.

Bleiben Sie, liebe Leser, bitte immer schön aufmerksam.


Anmerkung

(a1) Der UN-Menschenrechtsrat wurde in den letzten Jahren von Saudi-Arabien geführt – einem Land, dass weder innen- noch außenpolitisch Wert auf die immer so im Mund der westlichen Meinungsherrscher geführte Agenda freiheitlicher Demokratie und Frieden verpflichteter Politik legt.

(a2) Rechtfertigen – sich das Recht fertigen, fertigen im eigenen Sinne. Macht fertigt Recht. Im Falle des Krieges gegen Syrien ist das hervorragend sichtbar geworden.

(Allgemein) Dieser Artikel von Peds Ansichten ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen kann er gern weiterverbreitet und vervielfältigt werden.

Quellen

(1) Patrick Gensing; 28.2.2019; http://faktenfinder.tagesschau.de/ausland/duma-giftgas-syrien-101.html

(b1) Bildschirmausschnitt, Bericht der ARD-Tagesschau vom 1.3.2019; https://www.tagesschau.de/ausland/opcw-chemiewaffen-syrien-101.html

(Bildschirmfoto) Gasmaske; Graffity; Autor: DanielleTunstall (Pixabay); 1.1.2000; https://pixabay.com/de/photos/gasmaske-hip-hop-gas-erde-maske-2273696/; Lizenz: Pixabay License

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