Angela Merkel – eine Transatlantikerin?

Wessen Interessen vertritt die deutsche Bundeskanzlerin?


Am 20. Juli 2018 fand die sogenannte Sommerpressekonferenz mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel statt. Wenige Tage nach dem Treffen der Regierungschefs aus den USA und Russland konnte man darauf warten, dass die transatlantisch ausgerichtete Medienmeute ihre Inszenierung einer Gefahr dieses Treffens für die „freie Welt“ auch in die Fragen an die Kanzlerin mehr oder weniger offen einfließen lassen würde. Die Antworten darauf dürften eher enttäuschend gewesen sein.


Frage eines transatlantischen Medienvertreters:

„Frau Bundeskanzlerin, […] ich möchte gleich auf ein anderes Thema zu sprechen kommen, nämlich den US-Präsidenten […]. Es hat jetzt mehrere Beispiele gegeben, dass er sich nicht an Zusagen hält, die er gemacht hat [… , …] das Abrücken von der G7-Erklärung und jetzt nach der Pressekonferenz mit Trump [meint Putin in Helsinki] die Korrektur dessen, was er dort gesagt hat. […] Haben Sie überhaupt noch eine gemeinsame Basis für Absprachen mit dem US-Präsidenten? Wieso können Sie sich darauf verlassen, dass das steht, was er gesagt hat?“ (1)

Der Fragende lechzte geradezu nach einer Antwort, die nach „das Tischtuch ist zerschnitten“ klingt. Doch die Regierungschefin dachte nicht daran, ihm diesen Gefallen zu tun:

„Ich glaube, man kann schon sagen, dass der bewährte oder uns gewohnte Ordnungsrahmen im Augenblick stark unter Druck steht. Dennoch ist die transatlantische Zusammenarbeit auch mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika natürlich zentral für uns. Ich werde sie auch weiter pflegen. Es ist so, dass das, was mir wichtig ist, […] Multilateralismus, die feste Überzeugung, dass wir, wenn wir zusammenarbeiten, Win-win-Situationen, also Vorteile für alle, schaffen können -, im Augenblick nicht immer das herrschende Prinzip ist. Trotzdem wird mich das jetzt nicht davon abbringen, weiter dafür zu werben. Ich glaube, nur so können wir vorankommen.“ (1)

Merkel ist ein gewiefte Taktikerin, die ihre Worte wohl wählt. Ihre Antwort enthielt nicht die kleinste Schuldzuweisung an den US-Präsidenten; sie war allgemein gehalten und ließ die Frage ins Leere laufen.

Nach einigen anderen Themen stieg der nächste Ballon aus der transatlantischen Medienzunft auf. Russische Manipulation wird als bewiesen vorausgesetzt und der Kanzlerin nur noch abverlangt, die richtigen Schlüsse zu ziehen:

„Frau Bundeskanzlerin, welche Schlüsse ziehen Sie aus den Erkenntnissen über die russische Manipulation der öffentlichen Meinung in den USA für sich und für Deutschland?“ (1)

Angela Merkel ließ sich jedoch auf das Spiel nicht ein. Sie beantwortete die Frage im Prinzip überhaupt nicht:

„Für Russland ist die sogenannte hybride Kriegsführung, unter der man vielleicht auch Desinformation verstehen kann, erkennbar oder auch niedergeschrieben sozusagen ein festgelegtes Mittel, um zu agieren.“ (1)

Das ist eine Allerweltsaussage, die für Deutschland genauso gilt. Schließlich werden gerade 14.000 Cyber-Krieger bei der Bundeswehr rekrutiert. Zu einer klaren Aussage gegen Russland konnte der Frager sie nicht verleiten. 

„Wir setzen alles daran, hier die richtige Faktenlage immer wieder darzustellen und zu argumentieren. Das haben wir in den vielleicht am sichtbarsten gewordenen Fällen wie im Fall Lisa oder dann auch zu unseren Soldaten in Litauen sehr schnell getan und haben damit, denke ich, auch gute Erfolge erzielt.“ (1)

Was das für eine Faktenlage sein mag und wie sich die „guten Erfolge“ abbilden, ist in ihrer Antwort faktenfrei. Aber als Transatlantikerin machte sie mit solchen Antworten eine denkbar schlechte Figur. Können Sie sich mit der Tatsache anfreunden, dass Merkel gar nicht zur fest angebundenen Fraktion der Transatlantiker gezählt werden kann?

Die Russland-Putin-Trump-Hasser-Fraktion kann man nicht so leicht abschütteln. Wie ein Terrier biss sie sich an Merkel fest, um ihr endlich das „Trump ist böse“ abzuringen. Traditionell lieben die transatlantischen Wertewächter Suggestivfragen. Achtung, nächster Versuch:

„Frau Bundeskanzlerin, Sie haben schon gesagt, wie wichtig die transatlantischen Beziehungen noch sind. Aber Präsident Trump hat vor Kurzem gesagt – ich zitiere -: Die Europäische Union ist ein Feind. – Kann es sich die Europäische Union noch leisten, Freund und Verbündeter zu sein, wenn der Präsident sagt, die Europäische Union sei ein Feind?“ (1)

Jetzt, nun endlich musste sie doch einknicken, die Merkel. Wir brauchen wenigstens einen Anti-Trump-Spruch für den morgigen Aufmacher, mag sich der ideologisch auf Linie arbeitende Journalist gesagt haben. Sie und ich können davon ausgehen, dass die deutsche Kanzlerin clever genug ist, das Spiel zu durchschauen. Sie lieferte den Gazetten einfach keine Feinbildprojektion:

„Aus meiner Sicht müssen wir es uns leisten, weil wir die Vereinigten Staaten von Amerika als einen wichtigen Partner sehen, auch wenn er aus unserer Sicht nicht immer eine Politik macht, in der wir immer gleiche Meinungen haben. Die Geschichte der transatlantischen Beziehungen zeigt ja, dass es dabei auch viele Konflikte gab. Aber es lohnt sich allemal, diese Konflikte zu lösen. Ich hoffe, dass wir auch weiterhin die Kraft dazu aufbringen. Deshalb kann ich mir diese Wortwahl nicht zu eigen machen. Ich habe einen anderen Ansatz.“ (1)

Also, bei allem guten Willen: Angela Merkel ist eine Agentin der Transatlantiker? 

Weil transatlantisch ausgebildete Journalisten eben ideologisch durchkonditioniert sind, merken sie auch nicht, dass ihre Fragen teilweise – nun ja – ziemlich bescheuert sind. Achtung, jetzt kommt ein Gruß aus der Echokammer, das eben, was der Mainstream zuvor eine Woche lang ohne jede Reflexion vom Stapel gelassen hatte:

„Frau Bundeskanzlerin, was halten Sie angesichts dessen, was in Helsinki passiert ist, von der Einladung zu einem zweiten Treffen, die Donald Trump an Wladimir Putin geschickt hat? Halten Sie einen zweiten Gipfel für sinnvoll?“ (1)

„Angesichts dessen, was passiert ist“ (was ist denn passiert, Herr Qualitäts-Journalist?) hielt es Angela Merkel – potz blitz – trotzdem für sinnvoll. Sie machte deutlich, dass sie nicht gewillt ist, sich in die Front gegen Trump und Putin einzureihen:

„Ich finde, dass es wieder zur Normalität werden muss, dass sich russische und amerikanische Präsidenten treffen. Denn es ist ja richtig, dass wahrscheinlich 90 Prozent des Nuklearwaffenarsenals in den Händen dieser beiden Länder liegen. Schon allein aus Abrüstungsgründen gibt es viele Themen, die man dort besprechen muss, aber auch aus vielen anderen Dingen heraus. Deshalb freue ich mich über jedes Treffen.“ (1)

Fällt es Ihnen auf? Die deutsche Regierungschefin sagte mehr, als sie musste. Sie brachte in die Gründe FÜR Begegnungen der Vertreter beider Weltmächte eine emotionale Note, die ich als Botschaft verstehe. Merkel geht sehr sorgfältig mit Worten um. Ihr rutscht so etwas nicht einfach raus und gleichzeitig wirkt diese emotionale Geste absolut authentisch:

„Deshalb freue ich mich über jedes [dieser] Treffen.“

Und sie setzte nach. Sie stellte klar, was tatsächlich NICHT normal ist:

„Ansonsten kann ich die Einladung von zwei Staatschefs natürlich nicht kommentieren. Aber immer, wenn gesprochen wird, ist das im Grunde gut für alle – gerade wenn zwischen diesen beiden Ländern gesprochen wird. Dass seit, glaube ich, 2005 kein russischer Präsident mehr in den Vereinigten Staaten von Amerika war, muss ja nicht die Normalität sein.“ (1)

Da musste doch der Mainstream glatt am Verzweifeln sein, so er doch Merkel partout kein Bekenntnis GEGEN DEN Antichristen Donald Trump wie den „Kreml-Chef“ abringen konnte. Also führte er sie nun auf glattes Geläuf, auf das der Wirtschaft – und dabei immer schön polemisch:

Frage: „Ich möchte noch einmal auf das transatlantische Verhältnis zu sprechen kommen. Jean-Claude Juncker reist nächste Woche nach Washington, um zu versuchen, einen drohenden Handelskrieg noch abzuwenden – Stichwort „Autozölle“. Was ist Ihre Erwartung? Kann das noch abgewendet werden? Wie sollte die EU in dieser Frage – Stichwort „Handelskrieg“ – generell auf Donald Trump reagieren, eher mit Härte oder eher abgestuft nach dem Motto: „Wir halten uns Gegenmaßnahmen eventuell offen, aber wollen erst einmal verhandeln“? Was ist Ihre Strategie?“ (1)

Von einer Politik der Stärke aus zu reden, wagen diese Lohnschreiber nur deshalb, weil sie sich selbst stark fühlen – NOCH stark fühlen! Sie sind tief überzeugt, gute Glaubenskämpfer des „freien, einzigartigen, demokratischen Westens“ zu sein. Ihre Sprache ist entsprechend auffällig dominant, ja kriegerisch. Die Sicht ist im Kriegsmodus absolut beschränkt, das bringt die emotionale Eingenommenheit nun mal so mit sich. Deshalb kommt dann auch solch ein Blödsinn raus, wie das (Extrakt aus Zitat oben):

„Wie sollte die EU in dieser Frage – Stichwort „Handelskrieg“ – generell auf Donald Trump reagieren“ 

Alle gegen Einen. Die Wertegemeinschaft der Guten gegen den irren Teufel in Übersee, der ganz allein die so reinweiße und faltenfreie, schöne, transatlantische Demokratie einfach kaputt macht. Als ob Politik so funktionieren würde! Wäre sie so – da können Sie sich sicher sein – dann weilte Donald Trump längst nicht mehr unter den Lebenden.

Angela Merkel gibt in ihrer Antwort darauf der Zunft einen starken Wink. Ob jene in der Lage waren, ihn zu verarbeiten?

„Die große Finanzkrise in den Jahren 2007 und 2008 konnten wir überhaupt nur deshalb bewältigen, weil wir nicht unilateral, sondern weil wir multilateral gehandelt haben. Wir haben damals das Format der G20 auf Ebene der Staats- und Regierungschefs eingeführt. Wir haben alle miteinander – Sie erinnern sich an den Übergang der Präsidentschaft von Bush zu Obama – Konjunkturprogramme aufgelegt. China hat damals einen großen Beitrag dafür geleistet, dass die Weltwirtschaft nicht in eine Rezession abgerutscht ist.“ (1)

Auch ihr Gruß nach China zeigt es: Merkel ist pragmatisch und vertritt in dieser Weise die Interessen Jener, von denen sie praktisch (!) gewählt wurde – nämlich der deutschen Wirtschaft. Man kann diesen Pragmatismus kritisieren, doch hat er nichts mit der Hysterie derjenigen zu tun, denen im Laufe der Jahrzehnte in ihrer Allmacht regelrecht das Sendungsbewusstsein zu Kopf gestiegen ist.

Aus ihrer Sicht als Anwältin der deutschen Wirtschaftseliten gab sie nachfolgend eine differenzierte Antwort zur Zollpolitik, die endet mit „Wir werden einheitlich als Europäer auftreten. Dann müssen wir das Ergebnis der Gespräche abwarten.“ (1)

Dem in Macht eingebetteten Pressevertreter fiel daraufhin nichts besseres ein, als diese Nachfrage:

„Wie soll die EU auftreten, eher hart oder eher konziliant?“ (1)

Ob er jemals daran gedacht hat, dass „Strafzölle“ der EU gegenüber den USA seit Jahr und Tag gängiges Handwerkszeug sind?

Einflussreiche Kräfte in den USA haben festgestellt, dass die extreme Schieflage in der Außenhandelsbilanz der USA eine gefährliche Dimension für die eigene nationale Wirtschaft erreicht hat. Und nun verliert der US-Dollar auch noch seine unumschränkte Rolle als Weltleitwährung. Dessen Durchsetzung bis heute, hat sein faktisch uneingeschränktes Schöpfen aus dem Nichts per Kredit ermöglicht. Die USA bekamen Wahres gegen nicht einmal Bares, sondern Kreditgeld. Zeiten, die sich unweigerlich dem Ende zuneigen.

Man merkt einer großen Gilde im Mainstream beschäftigter Journalisten gut an, dass es sie – gelinde gesagt – geradezu ankotzt, dass zwei Staatsmänner in Helsinki miteinander sprachen. Also wird tief in der Gülle gestochert, um irgendeinen Dreck zu finden, den man über dem Helsinki-Treffen auskippen kann. Alles wird zurecht gedreht, wie man es benötigt. Alles ist gewertet – abgewertet!

Frage: „Frau Bundeskanzlerin, ich habe eine Frage zur politischen Kultur. Im Nachklapp des Helsinki-Gipfels erleben wir gerade, dass die Halbwertzeiten von Aussagen von Staats- und Regierungschefs relativ kurz geworden sind. Wenn ich mit Menschen in Russland rede, sagen diese mir, Lüge sei ein adäquates Mittel der Außenpolitik, ganz klar, Stichwort „grüne Männchen“. Mich würde interessieren: Frustriert Sie das manchmal? Haben Sie das Gefühl, dass sich damit vielleicht auch etwas auf das deutsche System auswirkt, dass sich hier die politische Kultur nachhaltig verändert und Schaden nimmt?“ (1)

Angela Merkels Antwort leitete folgendermaßen ein:

„Ich denke, es gibt schon eine Veränderung in der politischen Kultur. Sie ist einerseits durch die völlig veränderten Möglichkeiten der sozialen Medien getrieben. Das ist gar keine Frage. Ich denke auch, dass es sehr wichtig ist, dass wir uns von allen Seiten, sowohl vonseiten der Politik als vielleicht auch von Ihrer Seite, vonseiten der Journalisten, mit der Frage der Verantwortlichkeit für richtige Meldungen beschäftigen.“ (1)

Merkel drehte die tendenziös gestellte Frage komplett um und stellte gleich noch die Frage nach der Verantwortung an die Journaille selbst. Das finde ich schon erstaunlich. Und sie geht sogar noch weiter:

„Ich denke, ich habe schon auf die Frage von der Kollegin gesagt, dass es mir sehr wichtig ist, dass ich umso mehr versuche, auf meine Sprache zu achten, präzise zu sein, dass natürlich auch die Fakten stimmen und dass sozusagen durch Beispielgebung versucht wird, diesen Prozess einer manchmal auch – so würde ich sagen – gewissen Verwahrlosung ein wenig im Zaume zu halten, weil ich glaube, dass es zwischen Denken, Sprechen und Handeln einen ziemlich engen Zusammenhang gibt.“ (1)

In der nächsten Frage glänzt die Inkompetenz. Ich frage mich, wie diese Zunft tickt, dass ihre Vertreter sich dermaßen schlampig (auch in der Wortwahl) und uninformiert auf eine Pressekonferenz immerhin mit der Regierungschefin ihres Landes vorbereiten.

Frage: „Es geht um den erheblichen Druck auf Deutschland seitens des amerikanischen Präsidenten wegen der Militärausgaben. Wie würden Sie dieses Problem lösen? Werden Sie F-35 aus Amerika bestellen und sagen, damit sei die Sache erledigt, oder werden Sie in die Militärforschung oder die Forschung für militärische Zwecke zum Beispiel in der Militärindustrie investieren? Wie werden Sie die zwei Prozent erreichen, die Herr Trump von Ihnen verlangt?“ (1)

Wussten Sie, dass diese zwei Prozent in Wirklichkeit ein alter Hut (aus dem Jahr 2014) sind? Und fällt Ihnen auf, dass die drastische Erhöhung der Militärausgaben in Hinsicht auf das OB überhaupt nicht mehr diskutiert wird? Nur das WIE spielt noch ein Rolle. Ist der Journalist tatsächlich so indoktriniert, dass er den Unsinn in seiner Frage nicht bemerkt (Extrakt aus Zitat oben)

„Wie werden Sie die zwei Prozent erreichen, die Herr Trump von Ihnen verlangt?“

Einige Fragen zuvor wurde mit den Muskeln der EU gespielt, um im Zollkrieg gegenüber den USA groß auftzutrumpfen. Nun ist man plötzlich wieder ganz der dienernde Vasall und schlägt die Hacken zusammen, um sich an die Ausführung des Befehls aus Washington zu machen. Was für ein Theater – präsentiert von der transatlantischen medialen Schauspieltruppe. Mit Journalismus aber hat das nichts zu tun.

Allenfalls ist es Schmierenjournalismus und die Pressekonferenz war ja noch nicht zu Ende:

Frage: „Frau Bundeskanzlerin, Sie haben vor ungefähr einem Jahr in München eine Rede gehalten und gesagt oder signalisiert, dass sich Deutschland und Europa nicht mehr auf die Vereinigten Staaten verlassen könnten und ihr Schicksal in die eigene Hand nehmen sollten. Manche beklagen, dass seitdem nicht viel geschehen sei. Verstehen Sie das und diese Kritiker? Würden Sie sagen, dass Deutschland eine neue transatlantische Strategie braucht? Ist das irgendetwas, das sich die Bundesregierung überlegt?“ (1)

Ein großer Teil der Schauspieler ist sich ihrer Rolle in der Inszenierung nicht bewusst, so wie dieser. Er fragte nach einer neuen transatlantischen Strategie. Die wird es auch geben, aber nicht im Sinne der aktuell noch die Strippen ziehenden transatlantischen Netzwerke. Diese Frage war eine absolute Steilvorlage für Merkel – und für Trump! Dankbar nahm die deutsche Kanzlerin daher auch den Ball auf:

„Ich glaube, dass der Satz wahr ist und sich auch durch die Ereignisse danach weiter bestätigt hat, dass wir uns nicht einfach auf die Ordnungsmacht und Supermacht Vereinigte Staaten von Amerika verlassen können. Ich finde, es ist auch legitim, dass Europa seine Rolle in der globalen Ordnung findet.“ (1)

Verstehen Sie mich nicht falsch. Darüber freue ich mich nicht, doch ist es eine zweifelsfreie Tatsache. Deutschlands neue Rolle in der Welt, eine quasi neue Weltgeltung, die von Angela Merkel postuliert wird, halte ich für sehr gefährlich. Sie ist Widerspiegelung des Niedergangs der USA als Weltmacht, aber sie bringt uns dem Frieden langfristig nicht näher. Wir erfahren von Änderungen im Machtgefüge der westlichen Welt, aber dieses Gefüge als solches hat das Grundproblem, kriegstreibend zu sein, deshalb nicht verloren.

Die eingebetteten, in den Seilen der transatlantischen Eliten hängenden Medienvertreter aber sind politisch blind. In ihrer Glaskugel; in ihrem eigenen Mief verlogener Moral und Ethik eines Wertewestens, den es nie gab, der sich aber anmaßt, Völkern und Nationen weltweit das Koordinatensystem vorzuschreiben, erkennen sie nicht den Wandel und fragen daher im Prinzip immer das Gleiche – und immer emotional aufgeladen:

Frage: „Frau Bundeskanzlerin, Donald Trump hat Deutschland mehrmals kritisiert. Warum, denken Sie, tut er das? Was hat er gegen Deutschland? Was denken Sie darüber, dass er Deutschland so explizit kritisiert? (1)

Ein Journalist, der den Knall nicht gehört hat. Knapp drei Jahre Trump-Bashing aus Deutschland sind nun in die Historie eingegangen; in einer Tonart, die auch gern mal ein vorzeitiges Ableben für den Irren da in Washington herbei wünschte. Und dann fragen die Hetzer, warum der Verfemte sie nicht leiden kann. Verdrehung von Ursache und Wirkung, Fixierung auf Feindbilder, absolut eingeschränkte Sichten. So stellen sich die sogenannten Leitmedien heute (wie gestern) dar; als verlängerter medialer Arm des der Macht verlustig gehenden Clinton-McCain-Establishments.

Halten wir fest, dass die deutsche Bundeskanzlerin eine andere Sprache spricht. Sie entzieht sich der emotional aufgeladenen Tonart des Journalisten vollständig und antwortet in eben deren Sprache, für die sie nun mal dort steht, für die „deutsche Wirtschaft“:

„Ich nehme es erst einmal zur Kenntnis. Ich habe da jetzt nicht nach der Motivation geforscht, sondern ich versuche, mit meinen Argumenten zu antworten. Sicherlich haben wir ja sehr enge Verflechtungen mit den Vereinigten Staaten von Amerika, gerade, was den Handel anbelangt. Wir sind ein Land unter den europäischen Ländern, das sehr intensiv mit Amerika handelt, und deshalb sind wir vielleicht auch prototypisch für eine Gesamtsituation. Ich glaube, dass wir Argumente austauschen müssen. Wenn zum Beispiel der Handelsüberschuss Deutschlands oder Europas gegenüber den Vereinigten Staaten von Amerika genannt wird, dann ist es wichtig, zu sagen: Das stimmt, wenn wir uns nur die Waren und die Güter anschauen. Wenn wir aber Dienstleistungen und die in die Vereinigten Staaten von Amerika zurücküberwiesenen Gewinne hinzuaddieren, wenn man sich also die Leistungsbilanz insgesamt anschaut, dann sieht das ganz anders aus. Dann haben wir eine ausgeglichene bis für die Vereinigten Staaten von Amerika leicht positive Leistungsbilanz. Die ist für mich relevanter. Solche Argumente versuche ich einzubringen.“ (1)

Es wollte einfach nicht aufhören. Die Medienmeute konnte nicht glauben, dass Angela Merkel es nicht schlimm fand, dass Trump und Putin miteinander gesprochen hatten und stellte im Prinzip immer wieder die gleichen Fragen. Nun ja, beim Satzbau war man kreativ:

Frage: „Frau Bundeskanzlerin, können Sie uns sagen, was Ihnen durch den Kopf gegangen ist, als Sie die Pressekonferenz in Helsinki gesehen haben? Haben Sie da gedacht: Ja, da sind zwei Regierungschefs wichtiger Länder und die reden miteinander, das ist ja toll. Oder waren Sie überrascht oder vielleicht sogar besorgt über das, was da gesagt wurde?“ (1)

Frau Merkel wurde diesbezüglich in ihren Antworten – auf die wie gesagt immer gleiche Frage – zunehmend deutlicher und irgendwann vernahm ich ihre Botschaft an die Gazetten: „Ihr könnt mich mal!“

„Ich habe mich gefreut, dass die beiden gesprochen haben, und nehme das, was als Ergebnis da ist, zur Kenntnis. Ich glaube, dass es richtig ist, dass es weitere solche Treffen gibt; denn die ganze Agenda konnte ja überhaupt nicht abgearbeitet werden. Insgesamt liegt mir an verlässlichen Beziehungen zwischen Amerika und Russland. Dass es da Meinungsverschiedenheiten gibt und dass es da auch große und zum Teil tiefe Meinungsverschiedenheiten gibt, ist nicht verwunderlich, denn die gibt es zwischen Russland und Deutschland zum Beispiel auch.“ (1)

War der fragende Journalist Angestellter der ARD-Tagesschau? Das Skript der Pressekonferenz gibt darüber keine Auskunft. Doch transatlantische, ideologische Grabenkämpfer gibt es beim Zwangsgebühren-Sender ARD genug. Am gleichen Tag durfte man das auf der Online-Präsenz der Tagesschau ertragen (b1):



Ja, klar. Da arbeiten sie, die Transatlantiker in den USA, aber auch die fleißigen Handwerker der ARD-Tagesschau im Schweiße ihres Angesichts, um den „entstandenen Schaden zu begrenzen“. Friedliche Koexistenz ist schädlich und noch überraschender ist es, wenn sich Spitzenpolitiker gegenseitig besuchen, um Konflikte zu lösen. Für transatlantisch Hirnverbrannte ist das allen Ernstes gefährlich. Für Sie auch?

Es ist schon eine verrückte Welt. In den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten, da sitzen sie jedenfalls nach wie vor und tun ihre Pflicht, als transatlantische Auftragsgehilfen; bewusst oder unbewusst, wie auch immer. 

Angela Merkel ist sicher eine gewiefte Machtpolitikerin, aber ist sie auch eine Transatlantikerin? Ich meine: Mitnichten. 

Bleiben Sie bitte schön aufmerksam.


Anmerkungen

(Allgemein) Die Pressekonferenz befasste sich mit einer Reihe weiterer Themen, deren Studium für den Leser ebenfalls aufschlussreich sein kann. Der hier vorliegende Text beschränkte sich jedoch auf die Standpunkte der deutschen Kanzlerin, was das Verhältnis zu den beiden großen Mächten USA und Russland wie deren Präsidenten betrifft.

(Allgemein) Dieses Werk ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen können Sie es gern weiterverbreiten und vervielfältigen.

Quellen

(1) 20.7.2018; https://www.bundeskanzlerin.de/Content/DE/Mitschrift/Pressekonferenzen/2018/07/2018-07-20-bpk-sommerpk-merkel.html

(b1) Screenshot; Tagesschau; 20.7.2018, 10 Uhr; Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/

(Titelbild) Kino, Theater; Autor: geralt (Pixabay); Datum: Okober 2017; Quelle: https://pixabay.com/de/vorhang-kino-theater-pr%C3%A4sentation-2757815/; Lizenz: CC0 Creative Commons

15 Kommentare

  1. merkel eine transatlantikerin… noch vor gar nicht langer Zeit war sie eine obama/mccain/clinton-puppe… die sind (die globalisten) nun definitiv in Bedrängnis, ihr Projekt ist stark am zerbröseln… merkel geht da natürlich mit, passt sich an, wie Wasser, welches in ein neues Gefäß fließt und so richtet sie sich langsam an den (neu sich abzeichnenden) Gegebenheiten aus. Und die sind nun mal Multipolar… (NS2, neue Seidenstrasse usw..) Aber das ist auch nicht die ganze Wahrheit…
    es ist wohl so wie Ped sagt, sie ist nur ihren (wahren) Auftraggebern verpflichtet, der deutschen Industrie, Kapitaleignern…
    Und doch schwingt da noch was anderes mit, die soros-Nummer eben, die die ich mit clinton, obama, mc.cain, dem deepstate, den Satanisten […] in Verbindung bringe, auch da liegen noch so einige Verbindlichkeiten dieser Frau…
    Oder wie erklären wir uns den genderwahn, die replacementmigration, die vereinigten staaten von europa usw…?
    Anmerkung: Kleinschreibung ist Ausdruck meiner Missbilligung des oder der Beschriebenen…
    PS. Danke Ped für die m.M.n treffenden Analyse!

  2. Vielen Dank für diesen Beitrag!!!
    Wenn ich Ihren Blog öffne, lese ich zuerst immer das Zitat von André Gide. Es ist so einfach und doch so großartig, wenn man darüber nachdenkt… Und in diesem Sinne lasse ich auch Ihre sehr lesenswerten Artikel auf mich wirken. Jede Analyse hat IMMER einen Anteil persönliche Meinung. Auch die Emotion ist oft schwer, wirklich herauszuhalten. Siehe oben z.B. die (durchaus berechtigte) Wut auf die „Journaille“ Daher ist auch ein Vergleich BITTNER versus PED – wer hat Recht – nicht angebracht. Beides sind persönliche Analysen und beide haben Argumente, die nicht von der Hand zu weisen sind. Es geht gar nicht darum, wer mehr Recht hat. Es geht um die Schublade in unserem eigenen Kopf. Und wenn wir offen sein wollen, dann lesen wir Bittner, dann lesen wir Ped, dann gleichen wir die vorgebrachten Argumente/Analysen mit unserem Bild im Kopf ab und vielleicht denken wir „Wow, von dieser Warte aus habe ich es noch gar nicht betrachtet“. Das bereichert unser Denken, unsere Meinungsbildung ungemein!
    Zu Angela Merkel: Dass sie diese Aussagen auf der BPK am 20.07.2018 so getroffen hat, war NIRGENDWO zu lesen. Ich muss zugeben, dass ich mir nicht die Pressekonferenzen auf Phönix und Co reinziehe 😉 Unabhängig davon, wie Ped das Ganze einordnet: Ich finde die Aussagen höchst erstaunlich im Gegensatz zu dem Bild, das in den Medien von Angela Merkel gezeichnet wird. Höchst interessant ist auch, bei welchen Fragen sie Ihre berühmten leeren Phrasen drischt und an welchen Stellen sie Farbe bekennt und tatsächlich ihre Meinung kundtut. Inwiefern sich diese Aussagen dann auch in der Politik widerspiegeln (siehe Sanktionen gegen Russland) steht auf einem ganz anderen Blatt. Ich bin absolut kein Merkel-Fan und finde den Neoliberalismus welchen sie umsetzt (ebenso wie vorher schon Schröder … siehe Hartz IV) einfach nur widerlich. Aber dank des obigen Artikels habe ich mein Bild von Angela Merkel erweitert, hatte meinen „Wow – das hat sie gesagt???“- Effekt sowie den „Aha“-Effekt und habe gelernt, dass wir auch Frau Merkel (ebenso wie Trump oder Putin) nicht in eine zu enge Schublade pressen dürfen.

  3. Gut analysiert auf den NDS.
    „Die EU zwischen den Stühlen. Angela Merkel, Anführerin ins Abseits. Von Wolfgang Bittner.“
    https://www.nachdenkseiten.de/?p=45095
    Ped, ich schätzte Ihre Beiträge zumeist.
    Wie aber jemand wie Sie derart daneben liegen kann, erstaunt mich unglaublich.

    @Conrath

    „Merkel bleibt wie sie ist, erste Stellvertreterin des Konzernstandortes DE.“

    Sie war und ist Vertreterin der globalen „Eliten“.

    • Wolfgang Bittner von den NDS bezieht sich in seinem Artikel vor allem auf Geschehnisse im Jahre 2016. Das sind in der heutigen Zeit Welten. Ich meine, Bittner bezieht die Dynamik der vergangenen zwei Jahre nicht in seine Betrachtungen ein. Wie ich schon sagte, halte ich Angela Merkel für eine ausgesprochen talentierte Machtpolitikerin. Sie hat in ihrer Funktion nie so viel Porzellan zerschlagen, als dass eine Reparatur nicht möglich gewesen wäre. Putin und Merkel konferieren regelmäßig. Die Quelle lasse ich jetzt mal offen, aber ich las, dass die beiden fast jede Woche telefonieren. Was da gesprochen wird, dass wissen die mit dem Schablonendenken? Und Bittner klammert in seiner Überzeugung die Aussagen von Merkel in jüngster Zeit, eben auch die in der Sommerpressekonferenz, komplett aus. Da fehlt mir die Differenzierung.

      Merkel ist eingebettet in ein System und so wie Trump innerhalb eines sich verändernden Systems bestimmte Rollen ausfüllen kann, so gilt das auch für Merkel in Deutschland (und Europa). Das ist ein Prozess, bei dem die deutsche Kanzlerin sehr genau abwägt, was sie sich leisten darf und was nicht.
      Das hat überhaupt nichts damit zu tun, ob ich die Politik von Merkel gut oder schlecht finde. Das stand in diesem Artikel nicht zu Debatte. Wenn Emotionen in die Analyse zu stark einfließen, dann beginnt das Framing, dass in den eigenen festsitzenden Überzeugungen wurzelt.
      Das hat übrigens mit dem Theater, dass uns die Parteien im Bundestag liefern, auch nur in soweit etwas zu tun, als dass es abgestimmt ist mit der Politik, die im Hintergrund stattfindet. Der Zirkus mit Seehofer hat verdeckt, dass Forderungen, für welche man Pegida und die AfD vor zweieinhalb Jahre noch politisch brandmarkte, nun ganz ohne großen Aufriss umgesetzt werden.

      Übrigens setzte ich Transatlantiker nicht mit Globalisten gleich. Der Globalismus ist eine die westliche Welt umspannende Ideologie, die kommen musste, weil nur sie den Kapitalismus des Westens ein Überleben sichert. Transatlantiker sind die Diener des Hegemonialanspruchs der USA. Schlussfolgernd: Angela Merkel zähle ich zur Fraktion der Globalisten und die umfasst letztlich die gesamte deutsche Regierung. Doch der transatlantischen Fraktion – sagen wir es mal so – entgleitet sie zusehends.
      Und da ist eben eine Pressekonferenz vor dem diplomatischen Corps keine Allerweltsplauderei, sondern genau der richtige Ort, um starke politische Signale zu setzen, was sie sehr deutlich getan hat – siehe Artikel.

      Noch einmal: Die deutsche Kanzlerin steht für eine Politik übelsten Neoliberalismus. Wie ich dazu stehe, dürfte bekannt sein. Doch hat der Neoliberalismus seine Gründe, die ganz und gar nicht allein in der Politik der Bundesregierung zu suchen sind. So einspurig zu denken, ist mir einfach zu billig. Was aber derzeit auch geschieht ist, dass die transatlantische Fraktion argwöhnisch auf das Lavieren der Kanzlerin schaut und nach Möglichkeiten sucht, sie zurecht zu stutzen oder auszutauschen. In diesem Kontext sehe ich auch die schwächelnde Hofberichterstattung des Mainstreams über Merkel und das Herbeireden der „Schwäche der Kanzlerin“. So läuft Theater für Machtkampf im Hintergrund.

      Freundliche Grüße, Ped

      • @PED

        Ja,

        Schulz/ Scholz, die Olivgrünen oder zu Guttenberg, hätten allesamt DE nur maximal widerstandslos an die Transatlantifa ausgeliefert, mit Basta und breitem Özdemir-Grinsen. –

        Ich denke allerdings, dass scharfe Analyse und thymotische Dynamik, einander durchaus gut ergänzen und steigern können, wie es Susi Sorglos oben anspricht/ erwartet, nur sollte dann auch die gesundende ‚Wutstrahlung‘, Wut mit Liebe zur Gerechtigkeit angestrahlt (Anouk Claes), Kraft und Witz vereinen, Wut wird zu Unrecht meistens nur unterdrückt. Es gibt aber auch eine heilsame, stärkende Wut!

        Und zur politischen Einordnung von Pfarrerstochter Angela-Dorothea. Wenn sie wirklich einmal die Woche mit Putin spricht, dann freue ich mich sehr darüber, habe es zwar still gehofft, aber bisher nicht gewusst.

        Warum?

        Putin, Trump, Xi und somit auch Merkel, setzen auf die Agenda des multipolaren Globalismus. Hexe Clinton und Obama, Soros, Sheldon Adelson und die Kochbrüder und der Rest der politischen Höllenbesatzung, steht hingegen für den unipolaren Globalismus im Interesse der Schattenfinanz-Fürsten. Er ist das einigende Band hinter MIMK, NWO-Agenda, Regimechange usw… und die Finanzwolkenkünstler brauchen überall und ständig neue Gelegenheiten zur Andockung an reale Gewinnmitnahmen und Raubzüge (euphemistisch: Investments). Alleine ist das virtuelle Hyperfinanzgeld nix wert, es sucht überall in der Welt Allianzen. Dazu kommt noch die ungesunde Tendenz Krieg, Erpressung und Diebstahl überall systematisch zu legitimieren. Merkel spielt Mäuschen und Putin und Xi können keinesfalls den Neoliberalismus morgen früh abschaffen. Sie versuchen eine Form von nichtimperialer Handelsliberalität auszuüben und das mit Wohlfahrtsorientierung innerstaatlich zu kombinieren. Das alles soll6te möglichst nicht durch ideologische Brillen beurteilt werden, mAn.

        Grüßend

      • Wenn das jetzt auch ein wenig OT ist, so ist doch diese Einzelheit aus dem Bulletin der syrischen Militärs (siehe Conraths zweiter Link) absolut erwähnenswert (Hervorh. durch PA):

        „Heute haben syrische und jordanische Flugzeuge seit acht Uhr früh die Stellungen der Terroristen in diesem Gebiet bombardiert.“

        Wenn dem tatsächlich so ist, wovon ich ausgehe, koordinieren die Syrer ihre Operationen gegen die Terroristen mit den Jordaniern. Von Jordanien aus sind aber bislang die Terroristen – unter anderem mittels Inherent Resolve – aktiv unterstützt worden. Für Deutschlands „Engagement“ in Jordanien, verbunden mit versprochenen Millionenhilfen an Jordanien, deuten sich hier Konsequenzen an.

        VG, Ped

  4. Merkels abenteuerliche Kehrtwenden beispielsweise bei der Atomkraft belegen eindrücklich, wieviel die Aussagen Frau Merkels wert sind. Nichts!

    Aufgrund der Antworten Frau Merkels in einer Pressekonferenz ihre politischen Grundpfeiler freilegen zu können, ist verwegen 😉 Es geht schlicht und einfach nicht.
    Eine gründliche Analyse ihrer bisherigen Entscheidungen und Handlungen wären dazu mindestens vonnöten.

    • Politische Kehrtwenden sind völlig normal, wenn man sich in einem Macht- und Herrschaftssystem bewegt. Verabschieden wir uns doch endlich mal aus den ethisch-moralisch aufgeblasenen Ansprüchen, die Politiker NIEMALS erfüllen können – und wir auch nicht. Tun Sie nicht so, als ob Sie ohne jeden Zweifel in ihrer Situation ganz, ganz anders gehandelt hätten.
      Sie schreiben:

      Aufgrund der Antworten Frau Merkels in einer Pressekonferenz ihre politischen Grundpfeiler freilegen zu können, ist verwegen.

      Von welchen Grundpfeilern reden Sie? Meinen Sie, dass die homogen sind? Machen Sie das an „Werten“ fest? Die „Werte“, die von der Politik selbst ständig niedergerissen werden, sind der Selbstbetrug, den wir für uns selbst (!) nur zu gern annehmen, damit wir uns danach immer schön als „Opfer“ empören können.

      Eine gründliche Analyse ihrer bisherigen Entscheidungen und Handlungen wären dazu mindestens vonnöten.

      Nur zu. Tun Sie sich keinen Zwang an. Oder möchten Sie die Analyse an irgendwelche „Experten“ delegieren? Ich denke, wenn wir allesamt von der emotionalen Aufregerrolle zur ehrlichen, gern ganzheitlichen Analyse übergehen würden, täten wir uns vor allem selbst einen Gefallen.
      Die Pressekonferenz gab es. Die Fragen der Medienvertreter wurden gestellt und zeigten sehr gut die Prozesse im Hintergrund. Für die Antworten der deutschen Kanzlerin gilt das Gleiche.
      Wenn wir natürlich weiterhin unser Bemühen darauf beschränken, unser Bild über die vermeintlich Bösen bestätigen zu müssen, damit wir selbst mit ethisch weißer Weste dastehen, wird der Blick auch weiterhin eingeschränkt bleiben.
      In diesem Sinne ist mir eine differenzierte Sicht, die eben nicht von unserem Empörungs-Management getrübt wird, außerordentlich wichtig. Und natürlich gilt das auch für die Betrachtung der Politik des Menschen Angela Merkel.
      Allen Lesern empfehle ich ausdrücklich die Lektüre der Beiträge des Bloggers Analitik zum Thema; exemplarisch dazu: http://analitik.de/2018/07/09/theater-deckt-agenten-auf/

      Freundliche Grüße, Ped

      • @PED & S. Sorglos

        Ja,

        Merkel bleibt wie sie ist, erste Stellvertreterin des Konzernstandortes DE. Wer mehr erwartet, wie S.S., ist entweder naiv oder auf die, recht geschickte Symbolpolitik der Systemglobalisten hereingefallen. Ich schließe für Frau Sorglos mal den ersten Fall aus. Das Autor Frey nicht zu den Naiven gehört ist aber noch deutlicher auszuschließen. Anhand seiner Beiträge ergibt sich keinerlei naive Zustimmung zu dem gesetzesfreien handeln der Systemparteien. Von daher kann ich nicht nachvollziehen, wie es zu einer solchen Stimmungslage bei Susi Sorglos kommt.

        Gut, der Frustrationsfaktor ist derzeit in DE recht hoch und die Uneinigkeit im Lande fast maximal. Aber, verglichen mit heißen Kriegen und verglichen mit einer südosteuropäischen Jugendarbeitslosigkeit von 50 %, in großen Teilen des Euro-Reiches, ist der hiesige Zustand, Erpressung der Werktätigen, der arbeitenden Bevölkerung, zugunsten der Kapitalrentiers (Konzernkartell) und der Immobilienbesitzer, samt ausländischer Finanzhyänen, immer noch besser erträglich. Wer das mit Zustimmung verwechselt begreift einfach nicht, in welchem Umfang die westliche Welt derzeit wieder in den Händen des regelmäßig kollabierenden Kapitalregimes ist.

        In den Zeiten der gemäßigten Systemkonkurrenz war das anders/ besser, in Ost und West. Wer nicht gerade zur blühenden Jugend gehört, hat dazu genug eigene Erfahrung. Zur Ausbeutung des gesamten Ostens, samt DDR, ist ab 1999 auch der aktive Kriegsbeistand gekommen. 19 Jahre lang sind wir in DE wieder Kriegspartei. Nur scheint das die Mehrheit irgendwie doch kalt zu lassen. Ist es genau die Angst, es könnte ja noch schlimmer sein/ kommen, die uns zu dieser wiedernatürlichen Ruhe zwingt? Sicherlich gibt es Demos, aber echte Oppositionbewegungen der Straße sehe ich nicht. Dafür wuchern dann Echoräume der Unzufriedenheit und Halbkritik/ Viertelwahrheit aus dem Netz empor.

        Sedierung durch Überinformation (4 Stunden-Internetzeit und mehr) und Zunahme schleichender Existenzangst? Ich vermute, dass dies die frühere, weiterverbreitete Kritikhaltung der Mehrheit eingedampft hat. Merkel steht am Gefühls-Ceranfeld der Nation, eine scharfrechnende Physikerin, die gerne auf Mutti macht, aber unkritisch ist gegen das Elitenprojekt ‚Vereinigte Staaten von Europa‘. Auch Physiker können umfangreiche Wahnvorstellungen entwickeln (siehe Nils Bohr/ später Einstein) und nebenher recht klug die Alltagsgeschäfte steuern (ohne Gemeinwohlverpflichtung).

        Das tut sie, insofern bisher die Hauptinteressen der Konzerne immer obenauf waren/ blieben. Kriege ja, aber nur mit einer Gurkentruppe und als zusätzlicher Gewinneinspieler für die Waffenproduzenten und restlichen Lobbyisten.

        Und genau so habe ich PED verstanden. Merkels Realpolitik fährt die Infrastruktur in DE nicht komplett auf Verschleiß, aber nahe dran, optimiert nicht nach Wissenschaft/ gesundem Menschenverstand, sondern nach Maßgabe der Gewinnerwartungen der Groß-Kartelle (PPP, Rüstung, Grenzfrevel). Das ist an allen Planungen zu sehen, die über eine bloße Schadensbegrenzung (Drosselung des Migrantenzustroms/ NordStream2) hinausgehen, etwa der unsinnigen E-Mobilität.

        Und Target2-Salden sind Peanuts, in einer Zeit, die auf Informationsgeld umschalten könnte. Aber Merkel beherrscht nur den Umgang mit Erwartungen der Hauptbesteller, nur da ist sie brillant. –

        Und nein,

        wer Erwartungen aus der falschen Gruppe an sie stellt, der wird nach allen Regeln der Kunst zurückgewiesen, bzw. wie PED doch sehr detailreich an dem Interview zeigt, selber vorgeführt.

        Als ob die Realpolitiker etwas um Symbolpolitik geben würden, die ist doch nur für die Öffentlichkeit gedacht. Nun ja, die Machtlosen, in den hinteren Reihen und in der Provinz, vielleicht, die verwechseln die halbewige Kartell-Agenda mit gewissen politischen Wünschen. Der Rest weiß doch nur zu gut, was derzeit in den USA wirklich geschieht.

        Seit Trump ist der US-Bürgerkrieg offensichtlich, auch äußerlich weltweit sichtbar. Das alleine ist bereits eine hoffnungsfrohe Entwicklung, gegenüber den fast drei verlorenen Jahrzehnten, seit der sogenannten Gorbi-Wende/ Maueröffnung. Hätten wir Schulz oder Scholz am Ruder, dann wäre vermutlich bereits NS2 eingestellt und ein faules Einwanderungsgesetz bereits beschlossene Sache, auch ohne die Kartell-EU! Da bin ich mir sicher.

        Und PED hat ja den Hinweis auf Analitik.de gegeben.

        Ja,

        Merkel ist professionelle Konzernstandortführerin. Ein Konzern ist aber keine komplette Anarchie, kein Feld für Warlords. Wer sonst noch DE vor dem Schlimmsten bewahren könnte ist mir nicht bekannt.

        Wagenknecht ist zwar eloquenter (in der Darstellung der Mehrheitsinteressen) als unser Bundes-Hosenanzug, aber in gewissen Realeinschätzungen dann doch leider zu sehr an den konfusen Fraktionsteil der Linken (5. Kolonne-Remix) gefesselt.

        Und über Frieden braucht man nicht separat zu verhandeln, wenn man den Kriegslobbyisten etwas wirklich ernsthaftes entgegen zu setzen hat, etwa eine echte ‚Neutralitätspolitik‘, zusammen mit den BRICS. –

        Jens Spahn als Alternative?

        Nein, er will es zu vielen recht machen. Merkel ist da gewiefter, verbraucht ihre Energie intelligenter. Nur die Stärksten werden von ihr hofiert, aber das ist halt Real-Machtpolitik, oberhalb von leeren Symbolen.

        Sollte sich Merkel bis zum Winter halten, dann muss/ wird, sie eine bessere Rentenpolitik einleiten, samt Pflegenotstandsbehebung. Ich denke, sie wird genug Zeit haben in ihren Ferien, dass genauestens zu planen.

  5. Merkel ist die Marionette der wahrhaft Mächtigen dieser Welt und das sind nicht die USA mit Trump. Diese Mächtigen sind keiner Nation zugehörig, sie denken und handeln global.
    Deren Etappenziel: die Schaffung der Vereinigten Staaten von Europa. Das ist die Aufgabe, die Merkel umzusetzen hat und dies tut sie mit Vehemenz, denn sie will nicht als Zerstörerin Deutschlands und Europas in die Geschichte eingehen, sondern als die standhafte Kämpferin für die VSE.

    Dass es ihr nichts nutzt, gegen eine Zusammenarbeit von Trump und Putin zu agitieren, weiß diese Machtpolitikern – das Gros der Deutschen wünscht sich nämlich so ein Zusammengehen. Sie kann sich also als rationale, friedliebende Regentin präsentieren, während sie weiter an ihrem wahren Projekt arbeitet.

    Interessant finde ich in diesem Zusammenhang Folgendes: Merkels Äußerung zur Bedeutung des 20. Juli ist ja etwas vollkommen Neues (und Unwahres) im Hinblick auf die Ziele der Gruppe um Stauffenberg – viele waren über diese ungewohnte Neuinterpretation erstaunt. Am gleichen Tag erschienen aber diese Artikel im Tagesspiegel (vor der Pressekonferenz):

    „Eine Botschaft für ein vereintes Europa“
    „Am Jahrestag des Hitler-Attentats vom 20. Juli 1944 appellieren 400 Nachfahren deutscher Widerständler: Nationale Alleingänge dürfen das geeinte, starke, friedliche Europa nicht gefährden.“
    https://www.tagesspiegel.de/politik/20-juli-1944-20-juli-2018-eine-botschaft-fuer-ein-vereintes-europa/22820982.html

    „Botschaft für Europa – am Schicksalstag der Deutschen“
    „Angela Merkel stellt sich heute den Fragen der Bundespressekonferenz – am Jahrestag des Stauffenberg-Attentats. Eine gute Gelegenheit für die Kanzlerin, Haltung zu zeigen. Ein Kommentar.“
    https://www.tagesspiegel.de/politik/casdorffs-agenda-botschaft-fuer-europa-am-schicksalstag-der-deutschen/22821366.html

    „Maas ruft zum Widerstand gegen rechte Wutbürger auf“
    „Außenminister Heiko Maas (SPD) kritisiert Versuche der Rechtspopulisten, den historischen Widerstand gegen Hitler für sich zu vereinnahmen. “
    https://www.tagesspiegel.de/politik/gedenken-an-den-20-juli-1944-maas-ruft-zum-widerstand-gegen-rechte-wutbuerger-auf/22824292.html

    Ich habe von diesem Aufruf vorher noch nie etwas gehört und frage mich, wer die Initiatoren sind – aus dem Artikel lässt sich das nicht erkennen. So eine Sammlung so vieler Nachkommen aus verschiedenen Widerstandsgruppen bekommt man nicht innerhalb von ein paar Tagen auf die Reihe. Meines Erachtens kann man hieran gut erkennen, dass Merkel eine Agenda umsetzt, die ihr – von wem genau auch immer – vorgeschrieben (in wortwörtlicher Bedeutung) wird.

    • Angela Merkel spielt eine Rolle im Machtgefüge und in dieser Rolle ist sie in ihren Entscheidungen niemals frei. So wie auch Sie und ich in unseren Entscheidungen nicht frei sind, weil wir – auch wenn wir das nicht wahrhaben wollen – ebenso eine Rolle im Gefüge der Macht spielen.
      Und nein, ich unterstelle Angela Merkel keine niederen Beweggründe, wenn sie die Verständigung zwischen den Großmächten für notwendig und gut hält. Sie meint das – so meine Sicht – ehrlich und eben so etwas erkennt man daran, mit welchen Worten und Gestus das formuliert wird.
      Ihr praktisches Handeln ist schlüssig und interessenbezogen, aber als Marionette einer wie auch immer aufgestellten NWO lässt sich ihr Handeln schwer interpretieren; weder in der Wirtschaftspolitik, noch in Richtung Militär.
      Sie unterstellen Merkel etwas, das Sie nicht belegen. Sie nennen es das „wahre Projekt“ und auf dieser Grundannahme sprechen sie ihr eine moralische Integrität ab. Das ist mir zu dünn.
      Zur Stärkung Ihrer Argumentation bringen sie Maas ins Spiel. Doch er gehört in die Thematik des Artikel nicht hinein. Durch diese Vermischung verwässern sie die (gern diskutierbare) Klarheit meiner Aussage.

      Freundliche Grüße, Ped

      • Sie haben leider nicht verstanden, weshalb ich Maas‘ Aussage miteinbezogen habe – es geht um den spontanen Bedeutungswechsel, dem man die Bewegung des 20. Juni unterzieht. Sie hätten erkennen können, dass Merkel in der BPK nicht eine ihr plötzlich gekommene Erkenntnis wiedergibt, sondern eine sehr sorgfältig geplante Propagandastrategie dahintersteht (die eben auch Maas ganz zufällig äußert).

        Ihr Ton hier im Blog gefällt mir gar nicht. Aber wer nach so langer Zeit auf eine Merkel hereinfällt und an humanistische Beweggründe glaubt, dem ist ohnehin nicht zu helfen.
        Ohne Gruß.

  6. Merkel eine Transatlantikerin? Ped sagt: Mitnichten.
    Wer will das Voraussagen, da sich die Kräfteverhältnisse gegenwärtig neu finden?
    Merkel ist die deutsche oberste Politikdarstellerin der Mächtigen. Weiter nichts. Dazu ist sie so wendig und so zuverlässig, wie es ihr abverlangt wird.
    Ihre Auftraggeber sind jene Mächtigen, die zur Zeit den hauptsächlichsten Einfluß haben und nehmen. Nun wird es unter diesen einige Interessengruppen geben, welche die Schwäche der US-Weltmacht und die veränderten nationalen Interessen der US-Administration nutzen, um ihre globale Positionen zu verbessern. Daß dabei eine Stärkung der EU zu Lasten des transatlantischen Bündnisses eine Rolle spielen wird, ist abzusehen. Aus dieser Blickrichtung stelle mir ich die Bundeskanzlerin auch als eine bald sich von der US-Bevormundung abkoppelnde Person an.
    Nun ist die EU, nicht zuletzt auch durch den Austritt Großbritanniens, in eine Schwächelage, in der sie sich die Abkopplung von den USA nicht leisten kann. Und daß Deutschland im Alleingang wieder in Richtung ‚über alles in der Welt‘ losmarschiert, ist auch nicht sehr realistisch. Also wird die Merkel wohl den Rest der Amtszeit weiter lavieren. Also hinter das MITNICHTEN gehört für die nächsten Jahre ein ?
    Gruß von adolfkurt

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