Tagesschau und die Nachricht hinter der Nachricht (7)

Weitere Belege zur Propaganda innerhalb der Verschwörung gegen Syrien


Was ist eine Verschwörung? An dieser Stelle keine Theorie sondern nur – und zum wiederholten Male – ein aktuelles Beispiel: der nicht erklärte Syrien-Krieg. Die Beteiligten dürfen dabei auf zuverlässige Verbündete zählen: die öffentlich-rechtlichen Medien – vorneweg mit ihrem Flaggschiff ARD-Tagesschau. Daher an dieser Stelle ein paar weitere Belege für die Kompetenz der Tagesschau beim Verschleiern, Verleugnen, Polarisieren und der Aufrechterhaltung mannigfaltiger Feindbilder.


Es ist eigentlich gar nicht so schwer, die Propaganda der Tagesschau zu entlarven. Bedient sie sich doch sehr einfacher Muster. Das heißt, dass deren Nachrichten nichts groß anderes als die monotone Wiederholung vorgegebener und weiterzureichender Geschichtsbilder darstellen, welche die Konsumenten entsprechend emotional „erziehen“ sollen.

Das, was die Tagesschau als Nachrichten zu Syrien verkauft, ist daher schlichte Propaganda. Wie sich das darstellt, möge ein erneuter Blick auf deren Berichterstattung der letzten Tage zum Thema sichtbar machen.

23. März 2018:

„Die syrische Regierung kommt ihrem Ziel näher, den letzten Widerstand der Aufständischen in Ost-Ghouta zu brechen. Übereinstimmenden Meldungen zufolge verkündete nun eine weitere Rebellengruppe eine Waffenruhe.“ (1)

Mit „Aufständischen“ sind die islamistischen, gewalttätigen Extremisten gemeint, welche den Anspruch vertreten, ihre Legitimation zur Umgestaltung Syriens in eine oder mehrere Kalifate aus jihadistischen und wahhabitischen Denkrichtungen des Islam erhalten zu haben. Oder präziser gesagt, sind es schlicht Terroristen. Wenn die Tagesschau das eigentlich Offensichtliche dem Leser vorenthält, dann ist das halt Propaganda – und eine Lüge obendrein, denn auch gezielte Selektion, die beabsichtigte Verbreitung halber Wahrheiten dient der Lüge, der Verschleierung, der Verschwörung.

22. März 2018:

An diesem Tag gab es für die ARD-Tagesschau aus Syrien nichts zu berichten. Beachten wir: Das war die Meinung und/oder die Vorgabe der Tagesschau. Es gab nichts zu berichten, was dem vorgegebenen Narrativ entsprach! Der routinierte Tagesschau-Konsument fühlt sich tatsächlich wohlinformiert im Falle Syrien. Was er NICHT erfahren soll, um nicht zu sehr in Dissonanz zu geraten, behandeln wir weiter unten.

21. März 2018:

Am Tag zuvor, da gab es etwas zu berichten für die Tagesschau. Die vertrauenswürdigen Quellen hatten gute Nachrichten, um die müder werdenden Emotionen der Konsumenten aufleben zu lassen:

„Nach Angaben von Aktivisten sind bei einem Luftangriff nahe einer Schule in der syrischen Provinz Idlib mindestens 16 Kinder getötet worden. Das Älteste der getöteten Kinder sei elf Jahre alt gewesen, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die Rettungsorganisation Weißhelme meldete, die Kinder seien ums Leben gekommen, nachdem sie nach einem ersten Angriff aus einer Schule geflohen waren, um Schutz in einer Höhle zu suchen.“ (2)

Aktivisten (wer genau?) und Weißhelme (wer genau?) haben wieder etwas gemeldet. Wenn in Syrien etwas passiert, dann sind das Bombardements auf arme, unschuldige Kinder, die selbst dann weggebombt werden, wenn sie sich in Höhlen verstecken. Zumal ja die sogenannte, von einem britischen Geheimdienstmann gegründete Rettungsorganisation mit den blitzend weißen Helmen immer wieder – natürlich rein zufällig – genau nebenan das Geschehen verfolgt und sofort in den freien Westen funkt.

Gekonnt, weil viele Jahre trainiert und angewendet, wickelt die Tagesschau im Bericht den Zuschauer weiter ein:

„Erst am Dienstag kamen nach Angaben von von Ärzten und Aktivisten vor Ort bei einem Luftangriff auf ein Flüchtlingslager in Idlib neun Menschen ums Leben. Am Montag waren bei einem Luftangriff auf eine Schule im Rebellengebiet Ost-Ghouta im Zentrum Syriens Menschenrechtlern zufolge 16 Kinder und vier Frauen getötet worden. Aktivisten machten dafür Russlands Luftwaffe verantwortlich und warfen ihr vor, eine bunkerbrechende Rakete eingesetzt zu haben.“ (3)

Um dann am Ende des Absatzes lapidar festzuhalten:

„Für Medien sind die Angaben kaum zu überprüfen.“ (4)

Es sind also Gerüchte. Es ist sogar wahrscheinlich, dass es einfach nur Lügen und Verleumdungen sind. Die Tagesschau bringt sie trotzdem als Nachricht. Denn damit erfüllt sie ihren Auftrag, der natürlich nicht Ihrem Auftrag entspricht.

Am gleichen Tag berichtete die Tagesschau übrigens über die Verhaftung eines Terroristen deutscher Staatsbürgerschaft – in Syrien. Dabei ließ das größte Propagandasprachrohr etwas ganz bemerkenswertes an sein Publikum:

„Zudem hat die syrische Regierung von Baschar al-Assad kaum Einfluss in den Kurdengebieten. Nur Geheimdienste wie der Bundesnachrichtendienst operieren in dem Gebiet und vernehmen Terrorverdächtige.“ (5)

Alles normal – an dieser Nachricht? Schärfen wir unsere Sinne! Dabei würde mich hier brennend interessieren, welcher Quelle die Tagesschau diese Information verdankt:

Geheimdienste wie der Bundesnachrichtendienst operieren in dem Gebiet und vernehmen Terrorverdächtige.“ (6)

Der BND verhört Verdächtige in Syrien?! Wenn die öffentlich-rechtliche ARD tatsächlich frei und unabhängig wäre, hätte ihr großspurig aufgesetzter Faktenfinder an dieser Stelle längst eine umfangreiche Recherche gestartet, um mehreres herauszufinden. Erstens, ob das tatsächlich wahr ist; schließlich gibt es ja eine Quelle, aus der die Tagesschau diese Information bezog – wie heißt die?

Zweitens und viel wichtiger sollte es ihr jedoch sein, mit welchem Mandat und Auftrag der Bundesnachrichtendienst in Syrien operiert, denn es ist doch ganz zweifelsfrei eine Verletzung elementaren Völkerrechts; oder sehe ich hier etwas falsch?

Vielleicht tue ich dem Redakteur aber auch Unrecht und er hat diese Nachricht geschickt und unauffällig in die Tagesschau-Meldung eingestreut, um uns unter der Hand von etwas zu berichten. Das ist keine Ironie! Ich schließe nicht aus, dass sich viele Journalisten und Redakteure in ihren Abhängigkeiten winden und Versuche starten, sich diesen zu entziehen.

Auf jeden Fall hat eine Tagesschau-Meldung, die uns informiert, dass der Bundesnachrichtendienst in Syrien Verhöre durchführt, Relevanz.

20. März 2018:

Auch an diesem Tag bot die Tagesschau ein Beispiel für das Drehen und Winden von Journalisten in ihrem geistigen Gefängnis. Wir erfahren:

„Bei einem schweren Raketenangriff sind in Syriens Hauptstadt Damaskus Sicherheitskräften zufolge viele Menschen getötet worden. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana spricht von einem Angriff durch „Terroristen“.“ (7)

Natürlich ist auch das bestenfalls eine Halbwahrheit. Wird doch verschwiegen, wo exakt diese Raketen und Artilleriegeschosse herkommen. Von wo sie seit Monaten herkommen und damit hunderte Menschen töteten. So wie auch 2016 in WEST-Aleppo VOR der Befreiung von OST-Aleppo monatelang Raketen und Mörsergeschosse aus OST-Aleppo herabregneten und tausende Menschen töteten.

Die Raketen kamen aus Ost-Ghouta.

„Aber in Ost-Ghouta, da sind doch nur die armen Frauen und Kinder, die von Assads Luftwaffe weggebombt werden!?“ Das ist die quälende Frage des Tagesschau-Verantwortlichen. Er hat ein echtes Problem und löst es für sich durch – Weglassen.

Immerhin gilt es zu würdigen, dass die Tagesschau überhaupt davon berichtet, dass irgendwelche Leute Wohngebiete (nicht Kampfgebiete) beschießen. Die innere geistige Notlage des Redakteurs erkennen Sie an einer „Kleinigkeit“. Eben die Anführungszeichen – sie sagen es uns:

„Sana spricht von einem Angriff durch „Terroristen“. (8)

Warum setzt der Redakteur das Wort Terroristen in Anführungszeichen? Natürlich kann er argumentieren, dass er damit SANA zitiert. Wie ist es dann, wenn er SOHR (siehe weiter unten) zitiert? Setzt er dann auch „Aktivisten“, „Helfer“, „Beobachter“, „Aufständische“, „Rebellen“ und wie man sie alle nennen mag, in Anführungszeichen? Nein, es ist seine Dissonanz, die er krampfhaft aufzulösen versucht.

Dabei ist es ganz einfach. Man braucht nur die Freiheit des Denkens. Und nein, das hier ist nicht das allerletzte Krankenhaus oder die allerletzte Schule in Ost-Ghouta, liebe Wahrheitssuchende der ARD-Tagesschau, sondern ein (zuvor) belebter Markt in Damaskus, getroffen von Raketen, welche von den „Aktivisten“ oder „Aufständischen“ oder „Rebellen“ aus eben diesem Ost-Ghouta abgefeuert wurden (b1):



Wenn Bewaffnete gezielt Wohngebiete mit Raketen und Mörsern beschießen, Gebiete die in keiner Weise als Kampf- oder Kriegsgebiete kennzeichenbar sind. Wenn sie also auf diese Weise massenhaft Menschen zu Tode bringen und verletzen und die Überlebenden in Angst und Schrecken versetzen. Was sind dann diese Bewaffneten?

Aktivisten? Helfer? Aufständische? Rebellen?

Nein, ganz einfach; es sind Terroristen – und zwar OHNE Anführungszeichen! Denn genau so definiert sich doch der Begriff.

Propaganda, die vom Vermittelnden vorher genauso aufgeschnupft wurde, versucht solche Sachverhalte zu verheimlichen – warum? Weil sie ein klares Feindbild enthält und das ist nunmal nicht rational, es ist emotional und es heißt: „Assad-Regime“ (diesmal MIT Anführungszeichen).

An jenem 20. März hatte Kai Clement seinen nächsten Auftritt im Stile einer Propagandatröte. Was er zu sagen hat, passt im Prinzip IMMER in das einzubläuende Gut-Böse-Narrativ:

„Zehntausende Menschen auf der Flucht: Aus der Kurdenregion Afrin im Norden, eingenommen von türkischen Einheiten, die über die Grenze gedrängt sind. Aus Ost-Ghouta, der Rebellen-Enklave bei Damaskus, attackiert von syrischen Einheiten. Dazu kommt dann noch eine Eilmeldung: die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtet, dass bei einem Angriff vermutlich russischer Flugzeuge 15 Kinder getötet worden sein sollen.“ (9)

Da frage ich mich, wie lange und dem Verzweifeln nahe Clement nach einer Alternative für „Aggression“ gesucht hat. Schließlich gelang es ihm, die türkische Aggression im syrischen Afrin als „über die Grenze gedrängt“ zu verwursten. Die Not muss wahrlich groß gewesen sein.

Das weitere aus Clements Feder sind die üblichen plumpen Lügen und die üblichen Quellen, die wir am Ende des Textes nochmal würdigen. Doch Clement als Journalist ist ein hoffnungsloser Fall. Diesem Mann wird es nicht mehr gelingen, aus seiner Blase herauszukommen. Der Dienst am Menschen in einem Alten- und Pflegeheim oder in einem anderen sozialen Bereich könnte uns und nicht zuletzt ihm selbst gut tun. Seine Rolle jetzt schadet ihm und sie schadet den Menschen, die auf ihn hören. Denn außer dem, was er in seiner Filterblase aufnimmt und weitergibt, weiß dieser Mann schlichtweg nichts über Syrien. Er meint aber, zu wissen – eine wirklich gefährliche Konstellation.

Aber er erfüllt seine Aufgabe, dort in New York. Von solch einem lukrativen und mit Prestige behafteten Job träumt doch jeder Journalist. Da erfüllt man Erwartungen und freut sich, dass die anderen mit einem zufrieden sind. Warum also soll man all das gefährden und anfangen in den morastigen Niederungen freiheitlich westlicher Politik zu graben? So wird ein Kai Clement auch niemals die mehr als zweifelhafte Rolle des UN-Menschenrechtsrates wie auch des UN-Hochkommissars hinterfragen. Die waren nämlich Schwerpunkt des Berichts. Doch die heile Scheinwelt des ARD-Mitarbeiters möchte auf keinen Fall aus den Fugen geraten.

Ach ja, die Quellen. Bevor ich den letzten Bericht der Tagesschau für diese Recherche anklickte, schloss ich im Stillen eine 99-prozentige innere Wette ab, dass der Spruch, der Spruch der zur Gewohnheit gewordenen Reinwaschung ein weiteres Mal zelebriert werden würde. Ich wurde – leider – nicht enttäuscht.

Kern der Nachricht: … Gähn …:

„Bei einem Luftangriff auf eine Schule im syrischen Rebellengebiet Ost-Ghouta sind nach Angaben von Aktivisten mindestens 16 Kinder und vier Frauen getötet worden. In der Stadt Irbin seien zudem mehr als 50 Menschen verletzt worden, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Für den Angriff seien wahrscheinlich russische Flugzeuge verantwortlich.“ (10)

Für den unreflektiert lesenden Konsumenten gilt das „Gähn“ natürlich nicht. Er wird mit solch einer Nachricht, die vor Absurditäten nur so strotzt (suchen Sie ruhig mal probehalber nach diesen Absurditäten) vollständig erreicht. Seine Ängste und Feindbilder werden bestätigt und in diesen gefangen, wird es ihm auch nicht möglich sein, die Absurditäten zu erkennen.

Die Nachricht kam übrigens, vielleicht ist es Ihnen ja bereits aufgefallen, wenig später in anderer Verpackung ein weiteres Mal über die Webpräsenz des Senders. Auch das, die Wiederholung der Lüge, gehört zur Propaganda.

Die Floskel, mit der die Tagesschau seit Jahren glaubt, sich reinwaschen zu können, lautet übrigens:

Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte

Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (Syrian Observatory for Human Rights, SOHR) sitzt in Großbritannien und will Menschenrechtsverletzungen in Syrien dokumentieren. Sie bezeichnet sich als unabhängig. Die Informationen der Beobachtungsstelle lassen sich nicht unabhängig überprüfen. (11)

Hiermit meine Botschaft an die Tagesschau-Macher: Investieren Sie, liebe Redakteure, Korrespondenten, Journalisten doch mal akribisch in eine investigative Untersuchung zur Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte! Wer erfand den Namen, wie sind die Informationsflüsse, wie werden deren Nachrichten produziert, was sind das für Quellen? Warum werden die Meldungen von den weltweit größten Nachrichtenagenturen verbreitet, wie läuft die Finanzierung, welche Netzwerke lassen sich aufdecken?

Sie, liebe ARD-Beschäftigte, müssen es ja nicht gleich an die große Glocke hängen. Es wird eh nicht bequem. Aber tun Sie es für sich! Befreien Sie sich aus dem Zwangsdenken und beginnen Sie, ernsthaft zu forschen. Es wird Sie erfüllen und für das, was Sie DANACH tun werden, benötigen Sie keine Vorgaben. Sie werden erkennen, wo Krieg beginnt und Sie werden das nicht mehr tragen wollen. Sie werden die richtigen Entscheidungen treffen und diese, Ihre Entscheidungen, werden gut sein.

Bleiben Sie alle schön aufmerksam.


Quellen

(1) 23.3.2018; https://www.tagesschau.de/ausland/waffenstillstand-ostghouta-101.html

(2-4) 21.3.2018; https://www.tagesschau.de/ausland/syrien-luftangriff-145.html

(5,6) 21.3.2018; https://www.tagesschau.de/ausland/islamisten-161.html

(7) 20.3.2018; https://www.tagesschau.de/ausland/damakus-raketenangriff-101.html

(8,9) 20.3.2018; https://www.tagesschau.de/ausland/sicherheitsrat-menschenrechte-101.html

(10,11) 20.3.2018; https://www.tagesschau.de/ausland/ost-ghouta-luftangriff-schule-101.html

(b1) Von Raketen aus Ost-Ghouta getroffener belebter Markt in Damaskus im März 2018; 21.3.2018; Quelle: https://flutterbareer.wordpress.com/2018/03/21/teilevakuierung-von-ost-ghouta/; Lizenz: k.A.

(Titelbild) Bahnhofslautsprecher; Autor: Tama66 (Pixabay); Datum: 18.12.2016; Quelle: https://pixabay.com/de/bahnhof-lautsprecher-durchsage-1928668/; Lizenz: CC0 Creative Commons

4 Kommentare

  1. Lieber Ped,
    mit bewundernswerter Akribie analysierst und belegst Du die zu Anfang noch feingeschliffenen, mittlerweile immer plumper daherkommenden, in jedem Falle aber subtil wirkenden Methoden des „kriegsbereit-Machens“ der Bevölkerung durch dafür vom Machtinstrument der herrschenden Klasse geschaffene Strukturen – für die breite Masse der Bevölkerung wohl getarnt mit der Falsch-Identität „Journalismus“.
    Offenbar vergebens warnte seinerzeit Peter Scholl-Latour vor solcherart Schreiberlingen, die sich und ihr Handwerk gewissenlos verordneter Sichtweisen unterordnen und damit nicht dem Frieden und der Völkerverständigung dienen, sondern sehr direkt dem militärisch-industriellen Komplex Umsatz bringend zuarbeiten.
    Als ich – ein so genannter „früher Geborener“, dem Dresdens Trümmer der erste Abenteuerspielplatz war – im Jugendalter die Filmfetzen von Joseph Goebbels‘ Sportpalast-Rede aus dem Februar 1943 zu sehen bekam, war es mir absolut unbegreiflich, wie erwachsene Menschen, darunter auch Soldaten, die die Grauen des Krieges aus eigenem Erleben kannten, wie halbwegs normal denkende Menschen ihren und für Millionen „Ausgeblendeter“ Tod und Verderben frenetisch herbei schrien. Was muss wohl mit den Köpfen, den Hirnen der Menschen „gemacht“ worden sein, damit sie so, wie im Sportpalast zu sehen reagieren?
    Begreifen kann ich es auch heute immer noch nicht …
    Dafür beschleicht mich die dumpfe Ahnung, wir leben heute, im Jahre 2018, gerade mal 75 Jahre nach jener Sportpalastrede, in einer nicht weniger gefährlichen Situation rings um uns.
    Und wieder – so scheint es – glauben „alle“, der böse Russe bedrohe uns … erst recht mit der ersten Anordnung des wiedergewählten russischen Präsidenten: Kürzung der Militärausgaben … irgendwie komisch: Von „unseren“ politischen Koryphäen vernahm ich nach deren Wiederwahl oder gar Inauguration nichts Adäquates. Im Gegenteil … und die ersten Beschlüsse des neu gewählten Bundestages betraf was? Militäreinsätze der Bundeswehr außerhalb des Territoriums der Bundesrepublik … die Väter des Grundgesetzes würden sich entsetzt von ihren „Enkeln“ abwenden, erführen sie davon!
    Verdammt noch mal – was haben deutsche und NATO-Panzer, deutsche und NATO-Truppen weniger als 200 km vor St. Petersburg zu suchen???
    Was wollen denn wir Deutschen? Krieg mit Russland?
    Reichen die blutigen Erfahrungen unserer deutschen Geschichte nicht?
    Haben wir vergessen, was 900 Tage Blockade von Leningrad bedeutete?
    Haben wir vergessen, dass es die deutsche Wehrmacht war, das Weltkulturerbe von Peterhof / Peterdvorec zerschoss und zerbombte?
    In wessen Interesse erfolgt denn die verdammte Kriegshetze?
    Jean Jaurès traf den Nagel auf den Kopf: Der Kapitalismus trägt den Krieg in sich wie die Wolke den Regen!
    Und nun?
    Wir erinnern uns die „Standard-Antwort“ der meisten Deutschen nach 1945: „Wir haben das alles nicht gewusst!“
    Mit dieser Ausrede kann heute niemand mehr seinen Kindern und Enkelkindern unter die Augen treten, denn WIR WISSEN, WER UNS IM INTERESSE WESSEN WIEDER BEREIT FÜR DEN KRIEG MACHEN SOLL UND KRIEGSBEREIT MACHT!
    LASST UNS ZUSAMMENSTEHEN FÜR DEN FRIEDEN, denn ohne Frieden gibt es keine Zukunft, weder für unsere Kinder noch Enkelkinder – von künftigen Generationen ganz zu schweigen!

  2. Sehr geehrter Ped,
    herzlichen Dank für diesen launigen Artikel! Anders als mit Humor sind die unseriösen, parteiischen und viel zu oft kriegstreiberischen ‚Nachrichten‘ der ARD wirklich nicht zu ertragen, wobei es bei mir zu Humor wie bei Ihnen nicht reicht. Ich versuche, mir mit einem Achselzucken zu helfen, kann allerdings nicht aufhören, mich über die Gedankenlosigkeit dieser Journalisten freundlich formuliert: zu wundern – der eine/die andere wird doch in der Lage sein, sich Gedanken darüber zu machen, was sie da tun? Wie kriegen die das hin? (Der berühmte Blick in den Spiegel morgens, ich meine den aus Glas…)
    Nochmals Danke für Ihre gewissenhafte Arbeit!

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